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  • Entenfamilie im Dorfteich
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Geschichte des Ortsteil Altenweddingen

Die Quellen der Altenweddinger Dorfgeschichte sind äußerst spärlich und lückenhaft. Der 30-jährige Krieg und der Brand im Jahr 1714, wo ein großer Teil der Kirchstraße und das Pfarrhaus mit alten Kirchenbüchern Abbrannte, haben alles vernichtet, was uns aus alter Zeit berichten könnte. Der Ort „Uaddings“ wurde 946 von Otto I. dem Moritzkloster in Magdeburg übertragen und erscheint zum ersten Mal in einer Urkunde als „Alderwattingi“. Die Endsilbe „ingen“ des Ortsnamens ist schwäbischen Ursprungs. Der Ortsname selbst ist abgeleitet aus dem altdeutschen Stamm „Uuat“ und seinen Veränderungen „wat“ oder „want“ = Wasser und bedeutet Siedlung am Wasser. Also hat Altenweddingen inmitten oder am Rand eines Sumpfgebietes gelegen. Der Ort findet schon vor dem Jahr 1000 neben Oster- und Grotenweddingen (Langenweddingen) Erwähnung. Sein Name deutet daraufhin, dass es das älteste der drei Weddinger Dörfer ist.

 

Im Jahr 1196 wird ein Ritter Otto von Weddingen zum ersten Mal auf dem Buschhof erwähnt. Der Buschhof, Stammgut derer von Weddingen, trug den Charakter eines durch Wall- und Wassergraben befestigten Ritterbesitzes. Im 13. Jahrhundert gehörte das Geschlecht von Weddingen zu den angesehensten Vasallen der Magdeburger Erzbischöfe, welches außer in Altenweddingen auch Langenweddingen und Osterweddingen begütert war. Der Letzte diese Geschlechts, Degenhardt von Weddingen, verkaufte den Familienbesitz wegen Verschuldung im Jahr 1608.

 

Altenweddingen unterstand bis ins 16. Jahrhundert der Gerichtsbarkeit der Magdeburger Erzbischöfe. Im gleichen Jahrhundert kam der Ort dann zum erzbischöflichen Amte Wanzleben und im 17. Jahrhundert zum Amte Egeln. Es ist anzunehmen, dass es in der Zeit des 30-jährigen Krieges in Altenweddingen genauso schlimm zuging wie in den umliegenden Orten. Auch die Zeit der französischen Besatzung 1809 bis 1813 bracht einiges an Entbehrungen für die Bevölkerung, doch erwiesen sich die Franzosen noch als erträgliche Gäste. Altenweddingen wurde Sitz eines Friedensrichters und Notars. Ackermann Johann Georg Döbbel bekleidete das Amt eines Maire. Brände, Seuchen und andere Katastrophen haben dem Ort immer wieder Rückschläge bereitet. So wütete ein Großbrand 1830 und verschlang 38 Ackerhöfe. 1832 starben in kurzer Zeit 24 Menschen an Cholera und 1876 von November bis Weihnachten 40 Kinder an Scharlach. Erstaunlich ist es, dass sich der Ort wieder von solchen Katastrophen erholte.

 

Das Jahr 1768 läutete in Altenweddingen 100 Jahre Braunkohlegeschichte ein. Die Förderung der Kohle in den Bergwerken war anfänglich für die Salinen in Schönebeck/Salzelmen bestimmt. Zur besseren Wasserhaltung in den Schächten kam 1778 hier die erste arbeitete Dampfmaschine (Feuermaschine) Preußens zum Einsatz.

 

Die Kirche St. Martin beherrscht durch ihre gewaltige Größe das Ortsbild. Der mächtige Westturm wurde im Jahr 1259 gebaut. Im Laufe der Zeit gab es immer Veränderungen an ihm. So wurde aus einem Satteldach eine schlanke sechseckige Spitze. Erst 1790 erhielt er die jetzige Form. Das alte Kirchenschiff wurde abgerissen und 1837 durch ein neues ersetzt. Dabei wurde auch das große Eingangsportal im Turm eingebrochen.

 

Ab 1860 entwickelte sich die Gemeinde zum ersten Ort in der Umgebung. Es entstanden zahlreiche Gärtnereien, Baumschulen und Saatzuchtbetriebe. Weiter entwickelten sich Käsereien, Konservenfabriken, Ziegeleien und eine Möbelfabrik. 1922 wurde kurzzeitig nochmals Braunkohle gefördert. 1931 erhielt der Ort einen schönen Park und 1936 ein neues Schwimmbad, das im Jahr 2001 in eine moderne Schwimmanlage umgerüstet wurde. In Altenweddingen stand bis 1912 das größte Landwarenhaus der Provinz Sachsen. Nach 1945 verschwanden so nach und nach viele Zeugen aus alter Zeit, so auch bördetypische Bauernhöfe mit ihren Stallungen und Taubentürmen, auch der alte Buschhof. Das Wenige, was blieb, ist teilweise dem Verfall preisgegeben.

 

Heute ist Altenweddingen ein Bördedorf in das sich gut Wohnen lässt. Die Nähe zu Magdeburg und die Grundlage einer vernünftigen Wohnkultur ließen viele Familien hier ansiedeln. So entstand im Osten des Ortes ein großes Wohngebiet. Altenweddingen ist heute ein Ortsteil der am 01. April gegründeten Einheitsgemeinde Sülzetal.

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