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  • Entenfamilie im Dorfteich
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Geschichte des Ortsteils Sülldorf

Bis zur Gründung des  Moritzklosters in Magdeburg im Jahr 937 durch Otto I. gehörte Sülldorf zum Bistum Halberstadt. Der Name des Ortes (früher Suldorp, Soltdorf, Soldorf) weist darauf hin, dass seine Gründung wegen der vorhandenen stark salzhaltigen Quellen erfolgte. Über die Schicksale des Ortes bis zum Ende des 13. Jahrhunderts lässt sich wenig berichten. Rund 400 Jahre wurden die Sülldorfer Salzquellen zur Gewinnung von Salz genutzt und trugen so zum Aufblühen des Ortes bei.

 

1299 verlieh der Erzbischof von Magdeburg einer Salzgenossenschaft das Recht, im Sülzetal Salzwerke anzulegen. Die Pfänner waren ohne weiteres adelige und gehörten zur Pfännerschaft Groß Salze. In Sülldorf gab es 7 bis 10 adelige Höfe. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, dann Gasthof Schwarzer Adler, wurden außer Salz später auch aus Sülldorfer Ton hergestellte Töpferwaren verkauft. Außerdem war Sülldorf Kalk- und Sandstein ebenfalls Handelsartikel. Die Salzgewinnung und der Handel in Sülldorf hörten auf, als König Friedrich Wilhelm I. von Preußen 1726 den Salzjunker im Ort und später auch in Friedrichstal das Recht der Herstellung von Salz abkaufte.

 

Die auf dem Kirchberg stehende, im romanischen Stil erbaute Kirche St. Martin hat in der südlichen Kirchhofsmauer und im Vorraum der Kirche eingefügte Grabsteine aus der Zeit der Salzjunker. Vom Pfarrhaus ist die Kirche über eine 65-stufige romantische Freitreppe zu erreichen. Eine Gedenksäule zur Erinnerung an das Geschlecht derer von Angern steht auf dem Weinberg. Neben der evangelischen St. Martin-Kirche gibt es noch eine katholische Josef-Kapelle.

 

Von der Not des Ortes im 30-jährigen Krieg erfährt man viel Ergreifendes. Pest und rote Ruhr forderten viele Opfer. Großes Leid brachte auch die Zeit der französischen Besatzung 1806 – 1814. Seit 1840 entstand in Sülldorf dicht bei dem alten Marktplatz ein Solbad, das in steigendem Maße bis weit in die Umgebung in Anspruch genommen wurde. Die Sülldorfer Sole hatte durch ihren starken Salzgehalt eine große Heilkraft. 1897 wurde bei dem großen Steinbruch auf dem alten Kalkberg ein zweites Solebad, das Dorotheenbad, erbau und schließlich 1909 östlich vom Weinberg ein drittes Solebad, das Annabad, mit einer sehr starken Sole errichtet. Das Dorotheenbad hat vor dem 1. Weltkrieg seinen Badebetrieb eingestellt, das älteste Solebad von 1840, das zuletzt im Besitz des Oberamtsmann Schaeper war, wurde nach dem 1. Weltkrieg geschlossen. Das Annabad war noch bis 1976 in Betrieb. Im Jahr 1908 wurde in Sülldorf ein Krankenpflegeheim für erholungsbedürftige Kinder, die hier Sole-baden sollten, eröffnet.

 

Auch wenn die Zeit der Solbäder der Vergangenheit angehört, hat Sülldorf in seiner Umgebung den größten Binnenland-Salzstellenkomplex mit einer speziellen Fauna und Flora. Das Naturschutzgebiet gehört zu den botanischen bemerkenswerten seiner Art in Deutschland. Die ganze Pracht der Salzflora kann man vor allem im September erleben. Zur Tradition des Ortes gehört das Salzblütenfest mit der Krönung des Salzjunkers und der Salzgräfin. In den letzten Jahren legte man einen Lehrpfad durch das Sülzetal an. An Schautafeln wird nicht nur Wissen über die einzigartige Natur vermittelt, man erhält auch Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Region.

 

Seit dem 01. April 2001 ist Sülldorf ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Sülzetal geworden.

Salzquelle Sülldorf

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